11.11.2014, 05:40 Uhr

Einsatznummer       12
Datum & Uhrzeit 11.11.2014, 05:40 Uhr
Einsatzart Brandmeldung
Einsatzstichwort Brand 2. Alarm --> Brand 3. Alarm
Brandmeldeanlage
Einsatzort Bundesknappschaftsklinikum Püttlingen, In der Humes
Dauer 5 Stunden
Einheiten Freiwillige Feuerwehr Stadt Püttlingen:
- Wehrführer
- LB 1 Püttlingen
- LB 2 Köllerbach
- LB 3 Herchenbach

Freiwillige Feuerwehr Gemeinde Riegelsberg:
- Wehrführer
- LB 1 Riegelsberg

Freiwillige Feuerwehr Stadt Völklingen:
- Wehrführer
- LB 1 Stadtmitte
- LB 4 Wehrden
- LB 6 Geislautern
- LB 7 Ludweiler
- Einsatzleitwagen
- Abteilung Atemschutz
- Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Rettungsdienst
- 5 RTW (davon 4 DRK, 1 BF Saarbrücken)
- 3 NEF
- organisatorischer Leiter

Technisches Hilfswerk OV Völklingen-Püttlingen
Polizei
Notfallseelsorge
Krisenintervention
Brandermittlung

Brandinspekteur der FF im RV Saarbrücken (Tony Bender)
Pressesprecher der FF im RV Saarbrücken (Rafael Mailänder)
Bürgermeister der Stadt Püttlingen (Martin Speicher)
Einsatzkräfte
LB Herchenbach
13
Lage & Maßnahmen 105 Einsatzkräfte der Feuerwehr bekämpfen Großbrand in Püttlinger Knappschaftskrankenhaus – Zwei Tote – Brandursache geklärt

Sie haben Übungen gemacht und waren auch zu Einsätzen nach dem Auslösen der Brandmeldeanlage zur Bundesknappschafts Klinik Püttlingen ausgerückt. Bisher waren es immer kleinere Einsätze oder Fehlalarme. Die Rede ist von der Freiwilligen Feuerwehr Püttlingen, deren Meldeempfänger am Morgen des 11. November gegen 05:40 von der Haupteinsatzzentrale der Berufsfeuerwehr Saarbrücken ausgelöst wird. Auch dieses Mal lautet die Meldung „ Brand 2. Alarm BMA Bundesknappschaft Klinik “. Doch alles wird anders als sonst! Bereits bei der Anfahrt zur Klinik, sind von weitem offene Flammen und aufsteigender Rauch aus einem Gebäude sichtbar. Unverzüglich erfolgt eine Rückmeldung der Erstlage auf Sicht an die HEZ: „ Realbrand, Alarmieren Sie die Feuerwehr Völklingen Mitte und die Feuerwehr Riegelsberg mit DLK, offene Flammen aus Fenster sichtbar “, worauf entsprechend alarmiert wird. An der Einsatzstelle unmittelbar am Haupteingang des Gebäudes und dem angrenzenden Parkplatz, rüsten sich mehrere Trupps mit Atemschutz aus, eine Wasserversorgung wird aufgebaut und im Innenangriff erfolgt die Wasserentnahme aus einem Feuerwehr Wandhydranten unmittelbar im Brandflur. Aus drei Fenstern der zweiten Etage dringt dichter schwarzer Rauch, aus einem vierten ist ebenfalls eine Rauchentwicklung sichtbar. Durch ein Fenster ist ein deutlicher Flammenschein erkennbar. Ein weiterer Blick über das Dach zeigt eine Flammenbildung hinter dem Haus auf die gesamte Länge aller vier Fenster in Windrichtung des Hauptgebäudes nach rechts ziehend. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich vier Personen an einem fünften Fenster in der Brandetage. Dass dieser Bereich durch eine von der Brandmeldeanlage verschlossene Brandschutztür geschützt wird ist für die Feuerwehr auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Mit der Drehleiter können die vier Personen schnell und sicher nach unten gebracht und dem Rettungsdienst übergeben werden. Während dieser Rettung befinden sich bereits mehrere Trupps unter Atemschutz in dem Gebäude, durchsuchen die zugänglichen Zimmer und alle anderen Räume nach Personen. Hierbei kann eine Person aus dem 2. OG über das Treppenhaus gerettet werden. Erreichbar ist die Brandetage über zwei Treppenhäuser. Eines befindet sich unmittelbar am Gebäude Haupteingang, offen inmitten der Stationsflure und führt in die untere, sowie in die zwei oberen Etagen mit direktem Zutritt auf die Stationen. Hier bewährte sich ein Rauchvorhang, der nach dem Auslösen der BMA in jeder Etage nach unten fährt und so das Treppenhaus vor eindringendem Rauch schützt. Ein weiteres Treppenhaus befindet sich ebenfalls im Gebäude unmittelbar neben dem Haupteingang, ist allerdings räumlich von den Stationsfluren getrennt. Ein Zutritt zu den Stationen erfolgt hier durch eine Glastür. Eine Befragung des Klinikpersonals ergibt, dass noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr vom Personal 40 Patienten evakuiert werden konnten und sich im Haupthaus befinden. Wegen der hohen Hitze und dem Vollbrand, kann der Flur beim Erstangriff zunächst nicht durchgegangen werden. Erst nach massiven Löschmaßnahmen ist dies möglich, wobei im Zimmer unmittelbar neben dem Brandzimmer, die beide zur Gebäude Rückseite liegen, eine leblose Person aufgefunden und nach unten gebracht wird. Hier kann leider nur noch deren Tod festgestellt werden. An der Einsatzstelle sind auch Brandinspekteur Tony Bender und die beiden Wehrführer aus Völklingen Herbert Broy und Volker Klein aus Riegelsberg. Gemeinsam erfolgen mit dem Püttlinger Wehrführer Thomas Prinz als Einsatzleiter die notwendigen Absprachen. Auch die Klinikleitung ist mit in die Gespräche eingebunden. Gegen 08:45 Uhr gibt es eine erste Pressekonferenz. Die Einsatzkoordination läuft über den Einsatzleitwagen der Feuerwehr Völklingen. Auch der Gerätewagen Atemschutz der F.F. Völklingen ist wegen dem hohen Bedarf an Atemschutzgeräten nachalarmiert worden. Der Löschangriff hinter dem Gebäude wird von der Feuerwehr Völklingen vorgenommen. Bei deren Ankunft schlagen Flammen aus einem Zimmer im zweiten Obergeschoss und haben bereits auf das Dach übergegriffen. Deutlich sichtbar ist eine Person zu erkennen, die unmittelbar am Brandzimmer an das Balkongeländer angelehnt ist. Ein HLF und ein TLF stehen zur direkten Wasserabgabe bereit, auch hier wird eine Wasserversorgung zu den Tankfahrzeugen aufgebaut. Mittels „ C-Rohr “, erfolgt über den Korb der DLK ein Löschangriff, der schnell Erfolge zeigt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Löschmaßnahmen im Innern soweit fortgeschritten, dass durch das Brandzimmer ein direkter Zugang zum Balkon möglich ist, wo bestätigt werden kann, dass sich hier eine leblose Person befindet. Diese wird nach Freigabe durch den kriminaltechnischen Dienst nach unten gebracht, auch hier kann nur noch der Tod festgestellt werden. Nach 90 Minuten, kann an die Haupteinsatzzentrale „ Feuer aus, Nachlöscharbeiten “ gemeldet werden. Diese Nachlöscharbeiten ziehen sich noch bis 11 Uhr hin, ehe dann um die Mittagszeit die letzten Kräfte der Feuerwehr Püttlingen einrücken. Bei dem Einsatz, waren sieben Löschbezirke der Feuerwehr Püttlingen, Völklingen und Riegelsberg mit 105 Einsatzkräften und 27 Fahrzeugen, darunter drei Drehleiterfahrzeuge vor Ort, wobei zwei Drehleiterfahrzeuge eingesetzt wurden, die andere stand für den Fall weiterer Einsätze in Bereitschaft. Hinzu kommt der organisatorische Leiter Rettungsdienst (OLR), fünf Rettungswagen und drei Notarzt Einsatzfahrzeuge (NEF). Auch das DRK war mit 20 Kräften vertreten, musste aber nur am Rande tätig werden. Wegen der 43 geretteten Patienten und der zwei Todesfälle, war auch die Notfallseelsorge und Krisenintervention Saarland mit sieben Mitarbeitern im Einsatz. Wegen der Brandermittlung wurde die Einsatzstelle auf Anordnung der Polizei durch das THW Ortsverein Völklingen / Püttlingen mit einem Holzverschlag unzugänglich gemacht. Da dieser Einsatz ein größeres Ausmaß mit leider zwei Todesfällen hatte, war auch das Medienaufkommen aller bedeutenden Fernseh- und Radiosender, sowie bundesweiter Zeitungen sehr groß. Diese herausfordernde Aufgabe wurde von der Pressestelle der Freiwilligen Feuerwehren im Regionalverband Saarbrücken übernommen. Eine zweite Pressekonferenz erfolgte um 14:00 Uhr, wonach weiterhin bundesweit berichtet wurde. Einen Tag nach dem Brand informierte Püttlingens Wehrführer Thomas Prinz ausführlich im Stadtrat über den Einsatz. Dass bei diesem Einsatz nicht noch weitere Todesopfer zu beklagen waren, schreibt der Wehrführer dem vorbeugenden Brandschutz und dem schnellen Reagieren der Klinikmitarbeiter zu. Die Brandmeldeanlage und das jährlich mit dem Klinikpersonal solche Einsatzlagen geübt werden, habe sich ausgezahlt. Wehrführer Prinz bescheinigte den Klinikbediensteten eine „ gute Arbeit “, sowie eine gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr. Bürgermeister Martin Speicher sprach den Einsatzkräften seine Hochachtung aus, schließlich waren das gut ausgebildete Ehrenamtliche, die sich einem Vollbrand gegenüber sahen. Die Brandermittlungen durch das Landespolizeipräsidium und einem externen Brandgutachter, führten bereits am 13. November zu dem Ergebnis, dass ein Umgang mit glimmenden Tabakwaren im Bett den Brand auslöste.

Bericht: Rafael Mailänder (Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehren im Regionalverband Saarbrücken)
Presse
(Zeitung & Internet)
>Saarbrücker Zeitung 1<
>Saarbrücker Zeitung 2<
>Saarbrücker Zeitung 3<
>Saarbrücker Zeitung 4<
>Saarbrücker Zeitung 5<
>Saarbrücker Zeitung 6<
>Saarbrücker Zeitung 7<
>Saarbrücker Zeitung 8<
>Saarbrücker Zeitung 9<

>Wochenspiegel<

>BILD-Zeitung 1<
>BILD-Zeitung 2<

>Die Welt<

>RTL-aktuell<
>n-tv Panorama<

>SR-online<

>Blaulichtreport Saarland<
 
>Landespolizeipräsidium Saarland 1<
>Landespolizeipräsidium Saarland 2
Presse
(Fernsehen)
>Das Erste: Brisant<
>ZDF: Hallo Deutschland<
>SR-Mediathek: Aktueller Bericht<

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